Stefanie Märzheuser

Stefanie Märzheuser

Stefanie Märzheuser
Schriftführerin

  1. Wie bin ich zu diesem Thema gekommen?
    Das Thema Transition habe ich über die Selbsthilfe kennengelernt. Bei den Treffen kamen immer wieder junge und ältere Erwachsene zu mir, der Kinderchirurgin, zur Beratung, weil sie keine Ansprechpartner in der Erwachsenenmedizin gefunden hatten. Deshalb haben wir in der Charité unsere Sprechstunde schon seit 10 Jahren erweitert und beraten dort auch erwachsene Betroffene.
  2. Was motiviert mich hier aktiv zu sein?
    Ich wünsche mir, dass Jugendliche durch frühzeitige Vorbereitung eines Transitionsprozeßes, selbständig und kompetent werden und sich zu mündigen erwachsenen Patienten entwickeln.
  3. Mein schönste Erfahrung mit Jugendlichen im Transitionsprozess
    Mit der Selbsthilfegruppe Soma veranstalte ich seit vielen Jahren das "Befundordnerseminar". Am Ende des Seminars haben die Jugendlichen verstanden welche Fehlbildung sie haben und welche Nachsorgemassnahmen für sie wichtig sind. Sie strahlen dann ein ganz anderes Selbstbewußtsein aus, das ist toll.
  4. Was muss sich ändern, damit Transition erfolgreich wird?
    Transition beginnt mit der Geburt. Wichtige Unterlagen, Arztbriefe und Operationsprotokolle müssen vom ersten Lebenstag an gesammelt werden. Nur so kann in einer sich ständig weiter entwickelnden Medizin nachvollzogen werden, welche therapeutischen Strategien bei dem Patienten verfolgt wurden.
  5. Wo liegen die größten Hürden bei der Umsetzung einer erfolgversprechenden Transition?
    Viele Patienten mit angeborenen Fehlbildungen benötigen für eine kompetente Nachsorge zahlreiche unterschiedliche Fachdisziplinen, da es in der Erwachsenenmedizin keinen Universalarzt wie den Kinderarzt oder Kinderchirurg oder ein sozial pädiatrisches Zentrum gibt. Es müssen korrespondierende Strukturen in der Erwachsenenmedizin geschaffen werden, um dieses Problem zu lösen.